Neue Professorin im Journalismus: Prof. Dr. Silke Heimes lehrt Wissenschaftsjournalismus und Methoden

Die Professur für Wissenschaftsjournalismus ist wieder besetzt: Mit Prof. Dr. Silke Heimes startet eine neue Kollegin, die einen breiten Hintergrund mitbringt. Sie ist Fachjournalistin im Feld Medizin, war Ärztin in der Psychiatrie und Achtsamkeitstrainerin. Darüber hinaus ist sie Expertin für therapeutisches Schreiben und Kunsttherapie, was Sie bereits als Professorin unterrichtet hat. Heimes veröffentlicht zudem Bücher und Gedichte. Ein kurzer Fragebogen verrät noch mehr über die gebürtige Südhessin, die den neuen Schwerpunkt „Wissenschaft und Daten“ im Studiengang Onlinejournalismus vertritt sowie führend im noch bestehenden BA Wissenschaftsjournalismus lehrt, der ausläuft.

Frau Heimes, warum ist Wissenschaftsjournalismus wichtig?

Wir leben in einer Welt, in der Innovationen unseren Alltag bestimmen. In dieser Wellt brauchen wir qualifizierte Wissenschaftsjournalisten, die das Verständnis für Forschung und Technologie verbessern, die sowohl ein Grundverständnis des Wissenschaftsprozesses vermitteln als auch den wissenschaftlichen Betrieb transparent machen, die wissenschaftliche Erkenntnisse einordnen und strukturieren und die Bedeutung der jeweiligen Themen herausarbeiten. Wissenschaftsjournalismus bearbeitet aber nicht nur die Ereignisse und Ergebnisse des Wissenschaftssystems, sondern stellt ebenso Bezüge zwischen Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik und Wirtschaft her. Und gerade weil im Netz immer mehr Wissen zur Verfügung steht und täglich so viel neues Wissen generiert wird, dass wir es unmöglich erfassen können, braucht es Wissenschaftsjournalisten.

PR 2014 kleinWie sehen Sie deren künftige Rolle?

Wissenschaftsjournalisten machen einen Teil des immer stärker zunehmenden Wissens für andere zugänglich und bereiten es so auf, dass es verständlich und nachvollziehbar wird. Und gerade weil immer mehr Wissenschaftler und wissenschaftliche Institute selbst Wissen vermitteln, braucht es Wissenschaftsjournalisten, die die nötige Distanz zu den wissenschaftlichen Ergebnissen haben, um diese kritisch zu betrachten und gesellschaftliche Diskurse in Gang zu setzen. Zusammenfassend könnte man sagen, dass Wissenschaftsjournalisten wichtig sind, weil sie als Vermittler fungieren, als wissenschaftliche Kritiker und Auswählende, als Wissensorganisatoren und Kuratoren, die wissenschaftlichen Ergebnissen Bedeutungen verleihen und sie erfahrbar machen.

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